I M P U L S   F Ü R
 

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Impuls von : Begegnungen
"Im Vorübergehen fragt mein Nachbar, wie es gehe, er fragt nicht, weil er mitgehen will, erfragt, weil er weitergehen will. Ich antworte, es geht. Aber es geht nicht, so nicht." Begegnungen Der voranstehende Text skizziert eine Begegnung, die im Grunde nicht stattfindet. Der Gedanke an ein bestimmtes Ziel oder Verpflichtungen wiegt zu stark, um einen anderen auf dem Weg wirklich wahrzunehmen. Aus einem ähnlichen Grund haben wir ungebetene Gäste nicht so gern. Sie treffen uns unvorbereitet an, bringen den Tagesablauf durcheinander und lassen unsere Terminplanung ins Wanken geraten. "Begegnung" bleibt unter solchen Umständen oberflächlich, weil wir für sie nicht offen und bereit sind. Begegnungen wertvoll Die Bibel überliefert in Genesis 18,1-10 ein gegensätzliches Beispiel aus dem orientalischen Umfeld, in dem das Buch Genesis entstanden ist. Jede Begegnung gilt darin als wertvoll. Auch überraschende Gäste werden mit offenen Armen aufgenommen; sie verkürzen eine träge dahinfließenden Tag in der Wüste; sie sorgen für Abwechslung und Gesprächsstoff; sie bringen Überraschung und Leben ins Einerlei. Es ist fast rührend, wie Abraham sich um seine Gäste bemüht. Er handelt so, weil er spürt: diese ungebetenen Gäste bedeuten etwas, sie werden seinen Tag bereichern, sie sind gewissermaßen ein Geschenk des Himmels. Abrahams feines Gespür sollte ihm recht geben. Der so freigebig Schenkende erhält selbst das größte Geschenk, das es für einen alttestamentlichen Nomaden geben konnte: die Verheißung der Nachkommenschaft, die ihm bisher versagt geblieben ist. Man kann sagen: Aus dem Schenkenden wird ein Beschenkter, Abraham ist in seinen Gästen Gott selbst begegnet. Diese uralte Geschichte birgt eine wichtige Erfahrung für die Begegnung der Menschen mit Gott. Gott wird immer ein überraschender Gast sein, er kommt ohne Voranmeldung; wir können sein Kommen weder ausrechnen noch planen. Daher gilt es für uns wie für Abraham, scharfe innere Augen zu haben, die in den scheinbar nebensächlichen Dingen den tieferen Sinn erkennen. Es braucht so etwas wie ein geistliches Einfühlungsvermögen, um die Begebenheiten unseres Alltags oder überraschende Begegnungen und Einsichten als das zu erkennen, was sie im Grunde sind: Begegnung mit Gott. Den Satz: "Von Gott merke ich in meinem Leben gar nichts!", das hört man meistens nicht von Menschen, die von Gott eigentlich nichts erwarten. Dieser Satz ist nicht selten eine schmerzliche Erfahrung der Christen. Sie hat ihre Wurzel nicht in einer wirklichen Abwesenheit Gottes, denn wenn wir ihm gleichgültig wären, gäbe es uns nicht. Wir wissen, dass er uns seine Nähe verheißen hat; wir wissen, dass er uns in Jesus Christus so nahe wie irgend möglich gekommen ist und dass diese Nähe fortdauert. Dennoch ist es nicht selbstverständlich, dass wir für diese Nähe auch offen sind. Begegnung mit Gott scheitert manchmal wie die Begegnung im voranstehenden Text daran, dass wir verschlossen sind und nur formelhafte Floskeln über die Lippen bringen. Wir sollten also eher fragen, ob wir für diesen überraschenden Gast in unserem Leben überhaupt Platz gelassen haben. Vielleicht haben wir ihn das eine oder andere Mal vorübergehen lassen, ohne ihn in unseren Lebensbereich einzuladen. Vielleicht waren wir auch nur zu sehr anderweitig beschäftigt, um ihn uns entgegenkommen zu sehen. Menschen und Worte Gott tritt uns nicht im Rahmen einer göttlichen Machtdemonstration entgegen. Er begegnet uns nicht zuletzt in Menschen, mit denen wir zu tun haben, in unvermuteten Ereignissen, die uns beschäftigen oder in einem Wort, das uns anspricht. Letzteres erfahren wir vor allem in Stunden des Zweifelns, Fragens oder Nachbohrens. Auch darüber hinaus gilt: Die Begegnung mit Gott mag unvermutet und überraschend sein, sie mag uns aufstören. Begegnung mit Gott wird aber unser Leben bereichern, es fruchtbar machen. Dafür ist Abraham wie ein Ausrufezeichen. R. Bohren

Mögest du immer einen Freund an deiner Seite haben,
der dir Vertrauen gibt, wenn es dir an Licht und Kraft gebricht.

 
 

 d e n T a g
 


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