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Impuls von : Die Bibel interaktiv
Die Bibel interaktiv Die nächste Stufe von 10 bis 14 Jahren nannte man Bet Talmud. Einige sagen, sie gehöre schon zur dritten Stufe. Nach dieser Stufe machten nur die allerbesten Schüler weiter. In Bet Talmud lernte man den Rest der hebräischen Schriften auswendig. Mit dreizehn oder vierzehn konnte man die gesamte hebräische Heilige Schrift auswendig. Außerdem lernte man die Kunst des jüdischen Fragens und Antwortens. Unser Bildungssystem ist sehr rational. Es ist sehr stark auf die Weitergabe von Informationen konzentriert. Wir betrachten Wissen als das, was der Lehrer als Informationen vermittelt. Der Schüler nimmt diese Informationen auf, und zu bestimmten Zeiten, die wir Prüfungen nennen, spuckt er die Informationen hoffentlich wieder genauso aus, wie er sie gehört hat. Wir fragen ein Kind: „Wie viel ist zwei plus zwei?“ Das Kind sagt: „Vier.“ Wir sagen: „Gut gemacht.“ In der jüdischen Kultur war das Lernen viel interaktiver. Es liefen viel mehr Prozesse ab. Der Rabbi fragte vielleicht: „Wie viel ist zwei plus zwei?“ Der Schüler sagte dann vielleicht: „Wie viel ist sechzehn geteilt durch vier?“ Wie oft wurde Jesus eine Frage gestellt, und er hat mit einer Gegenfrage geantwortet? Der Fragende war oft sowieso schon verwirrt, und nach Jesu Antwort wusste er dann gar nichts mehr. Jesus beantwortete Fragen gern mit Gegenfragen. Die Juden lehrten die Kinder, nicht einfach gelerntes Wissen wiederzukäuen, sondern das Wissen zu verarbeiten, selbst zu denken, und mit einem scharfen Verstand zu reagieren und eine Antwort zu geben, die nicht nur zeigte, dass sie die Frage verstanden hatten, sondern auch, dass sie die Diskussion weiterführen konnten. Man wollte, dass die Kinder mit der Heiligen Schrift interaktiv umgingen und nicht einfach Informationen unverdaut wiedergaben. Der Rabbi lehrte die Kinder dieses Fragen und Antworten. Jesu Eltern verlassen Jerusalem. Sie merken, dass Jesus nicht bei ihnen ist. Sie kehren in den Tempelbereich zurück und finden Jesus mit seinen zwölf Jahren bei den Lehrern sitzen. Sie staunen über seine Fragen und seine Antworten. Warum eigentlich? Jesus war in diesem Alter in Bet Talmud. Etwas anderes Interessantes können wir in diesem Zusammenhang im Neuen Testament entdecken: Jüdische Mädchen wurden üblicherweise mit ungefähr dreizehn Jahren verheiratet. Als Maria feststellt, dass sie schwanger ist, singt oder sagt oder betet sie das Magnifikat. Das Magnifikat ist eine Serie von Zitaten, von denen viele aus den Psalmen und einige aus den kleineren Propheten stammen. Warum fallen ihr ausgerechnet diese Worte spontan ein? Weil sie, wenn sie dreizehn war, in Bet Talmud war. Weil sie diese Worte auswendig gelernt hatte. Vor ungefähr fünfzehn Jahren besuchte eine Freundin von mir ein jüdisches Seminar in Manhattan. Sie erzählte: „Ich war die Einzige [sie war Christin, die einzige Christin dort] in meiner Klasse, die das Alte Testament nicht auswendig gelernt hatte.“ Dieses Auswendiglernen geschieht auch heute noch. Ein Bekannter von mir war vor zwei Jahren in Israel. Er erzählte, als er eine Synagoge besuchte, haben die zwölfjährigen Jungen den Rabbi angebettelt, dass er sie aus der Schrift vorlesen ließe. Sie bettelten richtig darum! Wann haben Sie das letzte Mal Zwölfjährige gesehen, die darum bettelten und sich vordrängten, das Wort Gottes lesen zu dürfen? Zu diesem Eifer trägt sicher bei, dass für jüdische Kinder das Wort Gottes von Anfang an mit Honig verglichen wurde, mit dem Angenehmsten und Köstlichsten, was es gibt.

Evangelium heute


Mögest du immer einen Freund an deiner Seite haben,
der dir Vertrauen gibt, wenn es dir an Licht und Kraft gebricht.

 
 

 d e n T a g
 


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